Kein Aprilscherz! Am 1. April ´07 machte ich mich mit meiner Frau Christina bei angenehmen 18°C und strahlendem Sonnenschein auf die gut 250km lange Autofahrt vom Niedersächsischen Osterode am Harz zum Nordreinwestfälischen Steinhagen. Dort waren wir mit Ralf Lindert und Hendrik Kleinemeier von der Firma Fischfeeder  verabredet. Nach einem längeren Stau auf der A2 erreichten wir nach gut 3 ½ Stunden unser Ziel. Ralf und Hendrik erwarteten uns bereits. Nach einer kurzen Führung durch Werkstatt und Lagerräume begannen wir bei Kaffee und Kuchen mit unserem Interview:


 

Markus Wolff > cipro.de
- bitte stellt euch unseren Lesern von Cipro.de doch erst einmal vor.

Ralf Lindert > Fischfeeder
- mein Name ist Ralf Lindert, ich bin 36 Jahre alt und habe den Beruf des Einzelhandelskaufmanns erlernt. Zurzeit bin ich selbstständig und fertige Zubehörteile für den Modellbau. In meiner Freizeit beschäftige ich mich seit 1982 mit dem Flugmodellbau. Was viele nicht vermuten: ich bin kein Angler!

Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- mein Name ist Hendrik Kleinemeier, ich bin 28 Jahre alt und bin Maschinenbaumechaniker von Beruf. Zurzeit befinde ich mich im Studium zum Diplomingenieur mit der Fachrichtung Produktentwicklung. Ich arbeite in der Entwicklungsabteilung einer großen Zulieferfirma der Automobilindustrie. Mit dem angeln habe ich begonnen als ich 6 Jahre alt war, meinen ersten Karpfen habe ich mit 9 Jahren gefangen. Meinen ersten Fisch (ein Rotauge) habe ich mit einem Bambusstock als Angel gefangen.

Markus Wolff > cipro.de
- wie seid ihr dazu gekommen Futterboote zu bauen?

Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt ein Futterboot zu bauen. Aus diesem Grund ging ich im Jahr 2000 in das Modellbaugeschäft in dem Ralf arbeitete. Ich erkundigte mich nach einem geeigneten Rumpf und technischen Teilen und hoffte ein paar Tipps zu bekommen.

Ralf Lindert > Fischfeeder
- da Hendrik schon der 4. Angler war der deswegen in den Laden kam und die Nachfrage nach Einzelteilen für den Bau eines Futterbootes sehr groß war, überlegten wir uns wie man ein solches Boot entwickeln könnte.

Markus Wolff > cipro.de
- und wie lange hat es von der Idee bis zum ersten funktionsfähigen Futterboot gedauert?

Ralf Lindert & Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- das dürften so ungefähr 4 Monate gewesen sein. Bei unserem ersten Modell das wir selbst entwickelt und gebaut haben handelte es sich um ein Boot mit nur einem Rumpf. Das aktuelle Modell (Fischfeeder Professional II) mit dem Doppelrumpf bauen wir seit 2002.

Hendrik beim löten Der Traum jeden Karpfenanglers Für die groben Arbeiten

Markus Wolff > cipro.de
- aus wie vielen Einzelteilen besteht ein Fischfeeder Professional II?

Ralf Lindert > Fischfeeder
- es sind 278 Positionen, von einigen Teilen sind bis zu 16 Stück im Boot eingebaut! Ein Boot besteht also aus weit über 300 Einzelteilen. Ganz genau haben wir alle Teile noch nie gezählt.

Markus Wolff > cipro.de
- wo werden die einzelnen Teil für das Fischfeeder hergestellt, speziell meine ich den Katamaran – Rumpf? 

Ralf Lindert > Fischfeeder
- der Katamaran – Rumpf wird im Tiefziehverfahren in Deutschland hergestellt, die Elektronik bekommen wir aus Japan. Die komplette Montage der Boote wird in Deutschland getätigt.

Markus Wolff > cipro.de
- von wie vielen Zulieferfirmen bekommt ihr eure Einzelteile für das Fischfeeder Professional II?

Ralf Lindert > Fischfeeder
- wir beziehen die Einzelteile von insgesamt 15 verschiedenen Firmen.

Markus Wolff > cipro.de
- wie lange braucht ihr vom ersten bis zum letzten Arbeitsgang, um ein Fischfeeder Professional II zu bauen?

Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- bei einer Vollausstattung sind das so 12 – 15 Arbeitsstunden pro Boot.

Markus Wolff > cipro.de
- wie seid ihr auf den Namen Fischfeeder für euer Boot gekommen?

Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- da haben wir ein kleines Wortspiel veranstaltet, und zwar kommt das Wort „Feeder“ ja aus dem englischen und bedeutet „Fütterer“. Da wir mit dem Namen aber auch ausdrücken wollten, dass es sich um ein Deutsches Produkt handelt haben wir das deutsche Wort „Fisch“ mit einbezogen. Und so ist der Name „Fischfeeder“ entstanden.

Markus Wolff > cipro.de
- kommen eure Kunden auch aus dem Ausland oder nur aus Deutschland?

Ralf Lindert > Fischfeeder
- wir haben auch recht viele Kunden aus dem Ausland, und zwar haben wir schon Boote nach Österreich, Belgien, Holland, Schweiz, Frankreich, Tschechien, Polen, Ungarn, Italien, England und Rumänien verkauft.

Markus Wolff > cipro.de
- wie geht ihr auf spezielle Kundenwünsche ein?

Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- wir gehen gerne auf jeden persönlichen Wunsch ein, sofern es für uns realisierbar ist.

Markus Wolff > cipro.de
- ihr habt mir ja schon erzählt, dass ihr jedes einzelne Boot vor der Übergabe auf Herz und Nieren testet, wie sieht das im Einzelnen aus?

Ralf Lindert > Fischfeeder
- vor der Auslieferung wird jede einzelne Funktion von uns in der Werkstatt sowie am Wasser gründlich getestet, besonders intensiv beschäftigen wir uns am Wasser mit der Funktion des Funk - Echolots.

Markus Wolff > cipro.de
- habt ihr für die Zukunft in Punkto Neuheiten schon etwas in Planung beziehungsweise in der Schublade liegen?

Ralf Lindert & Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- wir arbeiten mit Hochtouren daran Boote mit GPS (Global Positioning System) anbieten zu können. Damit gehen wir aber erst auf den Markt wenn es so funktioniert wie wir uns das vorstellen. Bis jetzt sind die Versuche noch nicht zufrieden stellend gewesen.

Wir werden aber in naher Zukunft ein kleineres Fischfeeder mit einem Futtervolumen von ca. 2 Litern bauen.

Markus Wolff > cipro.de
- ihr seid ja auf sehr vielen Messen vertreten, wie wichtig sind für euch diese Messen?

Ralf Lindert & Hendrik Kleinemeier > Fischfeeder
- sie sind sehr wichtig, denn die Messen geben uns die Möglichkeit unsere Boote vorzustellen und Anglern die Vorteile eines Futterbootes vorzuführen. Dort stehen wir unseren Kunden bei Problemen oder Reklamationen zur Verfügung. Gelegentlich nutzen wir auch solch eine Messe um einem Kunden ein Boot persönlich zu übergeben.

Der Baitschrauber?! Alles in einer Tasche  Das Rig hängt ... los gehts

Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, und all unsere Fragen von Ralf und Hendrik beantwortet waren beschlossen wir an den nur rund 100m entfernten See zu gehen. Nach der ganzen Theorie wollten wir nun endlich mal ein Fischfeeder fahren lassen. Von zu hause hatten wir ein paar Utensilien mitgebracht: Waathose, Boilies, Partikel, eine Montage und einen Messbecher um das Futtervolumen abzumessen. Ralf und Hendrik gaben sich sehr viel Mühe uns das komplette Boot vorzuführen und zu erklären. Dann durften wir ans Steuer, und wir konnten feststellen, dass schon nach kurzer Zeit das steuern des Fischfeeders kinderleicht war. Es machte uns riesigen Spaß mit dem Boot zu fahren und in Verbindung mit dem graphischen Echolot mit Greyline und Wassertemperaturanzeige hatten wir schnell ein genaues Bild von der Bodenstruktur des bis dahin fremden Gewässers! Die Reichweite der Funkübertragung des Echolots beträgt ca. 250 Meter. Die maximale Futterkapazität beträgt 6 Liter für Boilies, Pellets, Mais oder ähnliche Futtermittel. Selbst wenn das Boot voll beladen ist hat es dank der 2 starken Elektromotoren eine optimale Fahrleistung und durch den Doppelrumpf (Katamaran) eine sehr stabile Wasserlage. Durch das einsteckbare Trennschott wird das Futterfach aufgeteilt. Die 2 Futterklappen können getrennt geöffnet werden wodurch man problemlos 2 Futterplätze während einer Fahrt ansteuern kann. Laut Aussage von Hendrik und Ralf beträgt die Geschwindigkeit ca. 100 Meter/Minute. Die Steuerung erfolgt über die Antriebsmotoren, wodurch man das Boot auf der Stelle drehen kann! Bei Rückwärtsfahrten lässt es sich sehr präzise steuern. Die superhelle Beleuchtung kann man auch am Tag bei Sonnenschein sehr gut erkennen. Die Release Kupplung ist eine sehr gute Möglichkeit um seine Montagen auszubringen. Man kann die Montage mit in das Futterfach legen oder in die Release Kupplung einhängen. So kann erst das Futter abgekippt werden! Um jedoch zu vermeiden, dass die ausgebrachte Schnur die Montage zu weit zurückzieht und nicht auf dem Futterplatz liegen bleibt, fährt man einfach ein Stück weiter und wirft erst dann die Montage ab! Der Rumpf besteht aus hochwertigem Kunststoff das vor dem Tiefziehen 6mm stark ist. Selbst die Belastungsprobe, (wir setzten uns nacheinander auf das Boot) von Ralf und mir konnte das Boot locker wegstecken! Bei Vollgas reicht ein Akkusatz ca. 1 Stunde. Wenn man nach dem Ausbringen der Montage mit halber Kraft zurück ans Ufer fährt, kann man natürlich sehr viel Strom sparen. Für längere Angeltouren ist es kein Problem zusätzliche Akkus mitzunehmen da sie sich sehr schnell wechseln lassen. Es gibt im Hause Fischfeeder ein passendes 12 Volt - KFZ Ladegerät das sich für längere Touren als sehr nützlich erweist. Die Fernsteuerung hat eine Reichweite von ca. 800m, also mehr als ausreichend! Die spezielle Transporttasche für das Fischfeeder ist meiner Meinung nach ein Muss. Das Zubehör wie die Fernsteuerung, das Display, und die Akkus haben dort einen festen und vor allem sicheren Platz. Durch die Polsterung ist das Boot sehr gut gegen Beschädigung geschützt.

Der Tag ging natürlich wieder einmal viel zu schnell zu Ende, und so machten wir uns gegen 19.00 Uhr wieder auf den Heimweg. Leider mussten wir aus zeitlichen Gründen die Einladung zum Abendessen ablehnen, da wir am nächsten Morgen wieder früh raus mussten und auch ohne Stau gut 2 ½ Stunden auf der Autobahn sein würden. Der Besuch bei Ralf und Hendrik hat uns sehr gut gefallen und vor allem für ihre Gastfreundlichkeit möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken. Von ihrem Futterboot sind wir mehr als angetan, denn Verarbeitung, Funktionalität und der Service ist ausgesprochen gut im Hause Fischfeeder!

Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!
wünscht Euch euer
Moppel (Markus Wolff)
Team cipro.de

Fischfeeder
Ralf Lindert & Hendrik Kleinemeier
Thunheide 7
33803 Steinhagen
Telefon : 05204-6227

URL : www.futterboot.de
email : fischfeeder@gmx.de