Immer auf der Suche  nach Neuem  beim Herstellen von Boilies hörte ich auch  irgendwann vom Dampfen. Die ersten Erkundigungen in dieser Richtung zeigten, dass  vor allen mit großen und teuren Automaten  gedampft wurde. Aber vor allem die Preise dafür ließen mein Interesse erst mal schwinden. Im Winter und vor allen beim Abrollen kamen die Gedanken ans Dampfen wieder nach vorn.  Aber wie  sollte es gehen? Große Ausgaben, ohne zu wissen ob es überhaupt mein Ding ist, kamen für mich nicht in Frage. Die Überlegungen gingen in alle Richtungen, einen Schrank aus Edelstahl zu bauen wäre nicht das Problem, einen Räucherschrank umbauen auch nicht. Als Wärmequelle sollte dabei natürlich mein Gasbrenner dienen.

Aber vorher wollte ich das Dampfen erst mal testen, ein ausgedienter etwas größer Topf mit Glasdeckel viel mir in die Hände und brachte mich auf die Idee. Ich füllte ihn mit einigen cm Wasser und bog einen alten Edelstahlrutenhalter so um das ich den Korb meiner Friteuse darauf stellen konnte, der Korb aber über dem kochenden Wasser blieb. Der Rest ist Geschichte, das Wasser zum Dampfen bringen, die Knödel in den Korb und ab geht’s. Ich versuchte es erst mal mit 6 Minuten, und wie sich heraus stellte war das für 18ner Boilies die beste Zeit. Was mich aber am meisten beeindruckte war das Wasser, das ich an diesen Abend aus den Topf schüttete, es war glasklar, nichts hatte sich aus den Boilies ausgeschwemmt. Während ich einige Kilo im  Topf dampfte , überlegte ich schon wie ich ohne großen Aufwand mehr Boilies dampfen konnte.

Ich schweißte ein kleines Gestell für den Topf in dem zwei Küchensiebe (2,00 Euro bei Mc Geiz) passten. Bei den Sieben entfernte ich die Griffe. Dampfen ließ sich damit gut aber die Siebe setzten sich schnell zu und ließen sich Schlecht reinigen.

Jetzt wollte ich mehr: Der große Einkochtopf in dem ich meine Boilies kochte, sollte einen Einsatz bekommen. 4 Edelstahlrohre (Wasserrohre, beim Installateur zu bekommen) wurden auf Länge geschnitten und mit Edelstahlstreifen über Kreuz verschweißt. Die 3 Einsätze für die Boilies bog ich mir aus viereckigem Kaninchendraht. Von denen machte ich mir gleich 2 Sätze.  Jetzt konnte ich 3 Etagen Boilies auf einmal  dampfen.  Um den Einsatz in den Topf hinein und auch wieder heraus zu bekommen benutze ich eine einfache Wasserpumpenzange. Von den Bau eines größeren Dampfschrank bin ich abgekommen , mit den Einkochtopf lassen sich in ähnlicher Zeit wie beim Kochen die Boilies dampfen und wer nur kleine Mengen mit der Hand rollt , kommt locker mit einen Kochtopf zurecht.

Den verzinkten Kaninchendraht möchte ich noch gegen Edelstahl austauschen, alles andere eignet sich perfekt. Natürlich ist auch das Dampfen nichts für Mutters gute Küche, aber im Garten habe ich keine  Probleme mit den Nachbarn wenn der gerade am Grillen ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Knödel schon kurz nach dem Dampfen fischen oder einfrieren kann. 

Jörg Preimann