Liebe Ciprogemeinde,

Spamman ist da!!! Spamman wird in Zukunft unregelmäßig seine Zeilen auf cipro.de hinterlassen.

Zeilen, welche zum nachdenken und diskutieren einladen sollen. Spamman ist ein Mensch wie Du und ich.

Spamman ist Karpfenangler aus Leidenschaft und er weiß, was er macht!

Spamman wird sich zu keiner Zeit outen.

Spamman liest, schreibt und ganz sicher wird Spamman an keiner Diskussion teilnehmen!

Also, heißen wir alle Spamman herzlich willkommen!!

Wir wünschen viel Spaß,

Team cipro.de

Index:
27.11.2011
07.04.2010
07.04.2009
13.02.2009
01.11.2008
31.08.2008
 
   

 
Wo sind die Carp Girls?

27.11.2011


CARP GIRL gesucht, steht da geschrieben. Wie? Was ist denn ein Carp Girl?

Batman sieht aus wie eine Fledermaus, fängt Schurken und schwebt über Gotham City, Cat Woman mit ihrer katzenhaften Anmut ebenso, Elasto Man kann sich in einen Gummimenschen verwandeln, Superman kann einfach alles, und Spam Man - na lassen wir das… 

Jetzt kommt also das Carp Girl!

Welche Eigenschaft wohl dann das Carp Girl aufweist? Unförmiger Körperbau und mehr oder weniger große Schuppen? Welche Eigenschaften von Karpfen man sonst noch mit Frauen in Verbindung bringen kann, überlasse ich der Phantasie des geneigten Lesers.

Ach so, die muss ja nur irgendwie sexy sein und irgendwas mit Karpfenangeln zu tun haben. Na, dann. Ich Dummerle…

Ab und an entdeckt man ja schon das ein oder andere Carp Girl in Berichten oder auf Covern – vorzugsweise blond und mit Mörderfingernägeln, wie dieses Jahr im April.
 

Sexy Girl

Mit Grausen erfüllt mich die Vorstellung, wie sich die grünlackierten Klauen von Poison Ivy in die Karpfenflanken bohren, wenn der Fisch zappelt.

Der Sinn erschließt sich mir nicht wirklich. Klar, Sex sells – aber was in diesem Fall?

Frauen in der Angelwerbung sind ja eher ungewöhnlich, und nur ab und an ist eine gute Werbung zu finden, vorzugsweise die mit einem Augenzwinkern.

Man erinnert sich noch gut an den D&W Katalog, in dem „sexy Girls“ mehr oder weniger tolle Fahrzeugaccessoires präsentierten. Legendär das bunte Lenkrad.

Hier war aber die Werbebotschaft klar definiert: der mit dem dicksten Endrohr bekommt die  tollste Ische, und so war auch das Zielpublikum - also Manni.

Das Äquivalent beim Karpfenangeln lautet also dann: Fang den dicken Fisch und schon hüpft Blondie aus dem Wald und schmachtet: „Darf ich Deinen Karpfen halten …“

... denn ganz klar, keines der Mädels hat die Fische selbst gefangen.

Sexy Frauen, die halbnackt Fische halten, sind ein Widerspruch in sich und überflüssig wie ein Kropf. Was soll das?

Mir fehlt hier der Zusammenhang – genauso könnte man einen Karpfen vor einem Zeitungsständer oder einer Gartenzwerg-Anmalmaschine ablichten.

Dazu kommt, dass manche der  Damen so aussehen, als wären sie kurz hinter der tschechischen oder polnischen Grenze für ein kurzes Foto Shooting von ihrem normalen Arbeitsplatz am Autobahnrastplatz abgeholt worden. Mir ist das meist einfach zu stumpf – und, man mag das Wort ja in Bezug auf Karpfenangler gar nicht verwenden, auch zu niveaulos.

Gehört man nicht zur „Tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiten“ Fraktion, bei denen eben nur stumpfes Gieren zählt, fühlt man sich von so manchem Machwerk doch etwas peinlich berührt.

Karpfenangler sind scheint’s die einzigen, die sich mitten auf die Straße stellen und rufen „seht her, ich bin ein Proll – und stolz darauf“. Man findet dieses Tun wesentlich seltener in den anderen spezialisierten Angelbereichen.

Darum tut mir dieser „Wettbewerb“ doppelt weh, manifestiert er doch den Blick, mit dem wir gesehen werden: Mannis eben.

Auf ewig unverständlich ist mir die Reaktion vieler „Carper“ auf Frauen, die im Bikini (warum?) Karpfen in die Kameralinse halten, nämlich postpubertäres Gegrunze.
 

Ich bin wirklich gespannt auf
die sexy Carp Girls

Jungs, was macht ihr im Freibad? Immer das Badetuch um die Hüften?

Dabei ist es doch nicht unmöglich, selber eine Frau zu bekommen. Tipp: Ihr müsst nur Euren Horizont auf über Wurfweite verlängern. Mal ein Buch lesen, auf dem kein Fisch abgebildet ist, wäre ein guter Einstieg. Und ganz wichtig: Der Flamme beim ersten Date keine Fischbilder unter die Nase halten und nicht den Sinn der Selbsthakmethode erklären. Entfernt den großen Karpfen auf der Heckscheibe vom Opel, da steigt keine gern ein.

Ich bin wirklich gespannt auf die sexy Carp Girls.

Unter uns, wer kennt sie nicht, die Gewässer, an denen sich sexy Karpfenanglerinnen halbnackt und eingeölt (natürlich mit I Oil aus der Carp Girl Collection, das nicht nur bronzene Bräune garantiert, sondern auch als Dipp verwendbar ist oder den Cappuccino, verfeinert) lasziv in der Sonne räkeln, bis der Fisch beißt?

Wie gibt’s gar nicht?

Dann wird sich die Suche nach dem Carp Girl nicht einfach gestalten. So wird wahrscheinlich dann doch Mandy, die Karpfenanglerfreundin dem Flehen nachgeben – unter der Bedingung, dass der Frühjahrsurlaub zusammen verbracht wird.

Sie wird dann entweder im Bikini einen Karpfen halten, sich auf der Liege räkeln oder einem wehrlosen Fisch ein Bussi auf die Haut drücken. Man darf sehr gespannt sein auf die weitere kreative Ausrichtung, aber ich befürchte, es wird so prickelnd wie die skandinavische Meisterschaft im Hornhauthobeln.

Oder wird es doch wieder Polenpaula, die zwar kein Gummiboot benötigt, dafür aber einen Besuch im Nagelstudio geschenkt bekommt.

Sei´s drum, wir werden es sehen. Leider.
 

In diesem Sinne,
Spam Man


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7. 04.2010


Erster oder das Letzte?


Kaum ist Olympia vorbei, startet schon der nächste große Wettbewerb.

Medaillen gibt es zwar keine, aber doch das ein- oder andere  Päckchen Teigkugeln - immerhin.

Obwohl das Ganze zwar von ultimativer Bedeutungslosigkeit ist, verkörpert es doch in den Augen vieler die geistige Armut des Karpfenanglers.

Tatsächlich finden sich aber doch eine ganze Menge Sponsoren, die diese Merkwürdigkeit unterstützen, findet hier doch ein Wettbewerb statt, der sich hart an der Grenze der Legalität bewegt. Des weiteren werden hier Preise nach Gewicht vergeben, welches vom Fänger willkürlich angegeben wird, und nicht überprüft werden kann. Dies dürfte wohl ziemlich einmalig sein und zeugt nicht gerade vom Durchdenken der Sache, aber das war ja auch nicht wirklich zu erwarten.

Nicht umsonst werden wohl bei den „normalen“ Wettbewerben der Köderhersteller die schönsten Fische prämiert, und nicht die schwersten. Hier darf man sogar noch die Fische tauschen, um auf mehr Gewicht zu kommen. Die Naivität der Seitenbetreiber ist schon fast rührend, medizinisch betrachtet aber nah an Morbus Bahlsen anzusiedeln.

Dumm nur für die Sponsoren, dass der eine oder andere Angler diese aufgrund ihrer Beteiligung an dem Wettbewerb von der Einkaufsliste gestrichen hat, denn in der Beteiligung der Firmen mag mancher mangelnde Ethik und auch das Fehlen notwendiger Weitsicht herauslesen.

Jeder, der weiter als bis zu seinem Futterplatz denken kann, wird diesen Wettbewerb ablehnen, denn öffentliche Fangwettbewerbe in Deutschland sind weder zeitgemäß noch sind sie der aktuellen, für alle Karpfenangler nicht einfachen Lage angemessen.

Persönlich würde es mich mit einer gewissen Schadenfreude erfüllen, sollten die drei größten Fische blutend in der Küche präsentiert werden.

Da Understatement eine Eigenschaft ist, die vielen Carpern nicht zu eigen ist, werden sich aber bestimmt genug Leute „mit ohne eigenem Profil“ dort verblödern,  bzw. verbildern, um wenigstens eine Eigenschaft zu manifestieren: Sie können große Fische fangen.

Und einer wird die Liga gewinnen, und für denjenigen singe ich auch die Hymne:

Dicke Karpfen woll´n wir fangen

Überall in Deutschland  
Danach lasst uns alle streben
Mit der Angel in der Hand
Dicke Karpfen, dicke Karpfen
Sind des Glückes Unterpfand
Dicke Karpfen, dicke Karpfen
Bringen manchen um den Verstand

Dicke Karpfen, dicke Karpfen
Bringen so manchen um den Restverstand!
 

In diesem Sinne,
Spam Man

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7.04.2009


Lachen verboten!!

Jetzt geht sie wieder los die, Zeit der „schaut, was ich gefangen habe“ Threads. 

Mehr - oder weniger erfolgreiche „Carphunter“ lassen uns alle teilhaben am Unglaublichen: Sie haben tatsächlich einen Fisch gefangen. 

Dafür gibt’s dann auch Lob für den präsentierten 15 Pfünder, wie: „schöner Fisch“... 

Stimmt, wir haben ja auch noch nie Karpfen gesehen. 

Ich beginne die digitale Fototechnik zu hassen. Was waren das noch für Zeiten, in denen man sich noch überlegt hat, was man fotografiert hat, weil Filme und Abzüge Geld gekostet haben. 

Jetzt wird jeder Mist ungefragt ins Netz gestellt – schlimmer noch, mittlerweile geht ja der Trend zu Filmen oder Diashows.

Gruslige Metallklänge zu grusligen Bildern, garniert mit grusligen Rechtschreibfehlern. 

Lachen verboten?!

Klar – man muss sich das nicht ansehen, aber da geht es mir wie bei Autounfällen oder Naturkatastrophen: Sieht schlimm aus, aber man muss trotzdem irgendwie hinsehen.

Auszuhalten ist die Tortur meist nur mit abgeschalteten Lautsprechern. Kämpft man sich durch das Bildergewitter, fällt auf, dass der gemeine Carper nicht lacht – jedenfalls nicht, wenn er einen Fisch in die Kamera hält. 

Meist erinnert mich der Gesichtsausdruck der Fänger an den meinen, wenn ich Tante Annemaries selbst gestrickten Geburtstagspullunder  mit garantierter Hautabschabwolle ausgepackt habe. 

Einige schauen auch wie Tante Annemarie, wenn sie der Sonntagspredigt des Pfarrers lauschte. Andächtig wird an dem Fisch vorbei versonnen in die Ferne oder auf die Rückenflosse geblickt. 

Hallo, das ist ein Fisch und nicht die Rückansicht von ........... (hier Namen von der jeweiligen Angebeteten einfügen) 

Bei manchem Bild schießt mir ob des Gesichtsausdrucks des Fängers auch ein vor dem Hinhocken vergessener Bankstick durch den Kopf – oder sehr, sehr harter Stuhl...

Lachen verboten, ein Carper freut sich nur nach innen. Das scheint die Grundmaxime beim Bildermachen zu sein. 

Gut, mancher argumentiert damit, dass der Fisch im Vordergrund zu stehen hat. Bei einigen Carperexemplaren trifft das durchaus auch zu, besser ist das. 

Wenn man aussieht, wie ein Marterpfahl mit Achselfäule, sollte man sich den Fisch dann aber bitte lieber direkt vor das Gesicht halten. 

Was ich ehrlich mag sind die Präsentationen der Gangstacarpa. 

Kapuzenpulli und Sonnenbrille oder Sonnenbrille und nackte Hühnerbrust – und dazu der 12 Pfünder im Extremvorhalting mit einem Eisesblick präsentiert, der aussagt: „Wenn ich durch den Regen gehe, dann schneit es hinter mir, ich coole Sau.“ 

Putzig. Ehrlich, Jungs, das wirkt ungefähr so, als wenn der Terminator nicht auf der Harley durchs Bild brettert, sondern auf einer Velosolex. Angeln und cool gibt es nicht.

Ich denke, ein wenig Freude auf den Bildern täte gut, gerade heutzutage, wenn es sonst schon so wenig zum Lachen gibt.
 

In diesem Sinne,
Spam Man

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13.02.2009


Da fehlt doch was, denke ich mir, und klicke mich durch die letzten hundert Beiträge.

Stimmt: wo sind die Testangler? Wo sind die meist völlig sinnfreien Beiträge der pubertierenden Carphunter, die ihre junge Seele für eine Handvoll Boilies verkauft haben?

Nichts mehr, nada, nothing.

Naja, lustig war der Hype durchaus. Horden von Jungprofilneurotikern krähten ungefragt die frohe Kunde ins Internet. „Mein Boilie ist der beste.“

Wo sind sie hin die Jünger, die Zeugnis ablegten vom besten Bait?

Wo ist die wimmernde Jungtestangler Lutschergemeinde, die erwartungsfroh aufstöhnte, wenn der Meister seine schwarzen Motorradstiefel auf sie stellte?

Merkwürdig - alle weg.

Ist die inflationäre Rekrutierung nichts sagen könnender Jungtestangler mittels Kappi, einem Aufkleber für Papis Auto, mit dem sie an den See chauffiert wurden, um ein Kilo Boilies zu „testen“ (ganz geheime Neuproduktion mit 50er Garantie), vorbei?

Ich glaube ja, denn scheinbar hat es sich rumgesprochen, dass viele Aushilfsköche den Brei verderben und dass ein Piratenbengel nett ist, aber, wenn 5 davon schreiend durch die Straßen ziehen, sie die Blicke Stadtbevölkerung dann direkt auf Käpt´n Hook lenken – und was mit dem passiert ist, ist ja allgemein bekannt.

Was haben sich die Firmen eigentlich von Leuten erwartet, die teils seit 2 Jahren angeln, davon eines „spezialisiert auf Karpfen“,  die aber keinen vernünftigen Knoten binden können und mit dem Fahrrad an ein Gewässer fahren.

Klar, praktisch ist es. Man fixt die Jungs mit einem Kilo Baits und der Testanglerwürde an, und bekommt dafür seinen Firmennamen immer wieder im Internet erwähnt. Später gibt’s dann die Boilies zum EK, für die der nunmehr stolze Testangler sogar nach der Schule Zeitungen austrägt. Da bekommt der Begriff Baitdealer gleich eine völlig andere Bedeutung.

Mangels natürlich meist ausbleibender Fänge verfassten die armen Tester dann natürlich haufenweise sinnlose Postings, nur um den Firmennamen ihres jeweiligen Gönners immer wieder erwähnen zu können.

Nachdem dann die kollektive Massenschelte auf die Armen niederprasselte, bekam das eine oder andere Ego scheinbar doch einen leichten Knacks, wie auch so mancher Firmenname.

Haben die Firmen nun gelernt, dass schlechte Werbung eben nicht besser ist, als keine Werbung?

Haben die Jungtester gemerkt, dass oft sie nur als willfährige Marktschreier benutzt wurden?

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, wird es wohl so sein.

Und so warten wir gespannt und voll freudiger Erwartung auf die nächste zielgruppenspezifische Werbekampagne der Boilie Industrie.

 

In diesem Sinne,
Spam Man

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01.11.2008

Interview mit einem Zombie ... von Spamman

Mir ist langweilig, so langweilig… Ach, früher war alles besser, jammert der Zombie und schüttelt seinen Kopf.

Was war denn früher besser?

Hmm… Naja alles eben. Eine kleine Gemeinschaft, die sich ausgetauscht hat. Man bekam nicht alles vorgekaut, konnte experimentieren, hat Neues entdeckt und konnte sich darüber austauschen. Jetzt ist alles dröge, keine vernünftigen Fragen mehr, nix wächst mehr nach - und auch nichts zu fressen. Heftiges Kopfschütteln.

Aha, und was kenn man dagegen tun? Äh - übrigens Ihr Ohr..

Ach, danke. Ja, im Alter wird man fauler, sagt der Zombie und pappt sein Ohr wieder an den Kopf.

Früher, ja, früher war’s anders. Da waren wir eine Macht. Hat sich einer aus seiner Deckung mit einem blöden Kommentar ins Forum gewagt, sprangen wir aus der Erde, wie im Michael Jackson Video. Herrlich war’s, gemeinsam sind wir über den armen Kerl hergefallen, haben ihn zerfleischt, zerrissen, gefressen - das war ein Spaß. Und die haben sich gewehrt, herrlich. Sie müssen wissen - das Adrenalin das macht erst den Genuss perfekt.

Und heute? Die Kurzen haben ein dermaßen weiches Fleisch, völlig ohne Biss. Woher soll’s auch kommen? Die haben Angst vor Schnecken, Spinnen, Wildschweinen und vor Wassertropfen im Zelt. Dazu können die nicht mal 5 Kilo Boiliemix mit der Handgun verarbeiten ohne Krämpfe zu bekommen und brauchen deshalb sofort einen Kompressor.

Schauen Sie doch auch mal, was die so in den Zeitschriften schreiben. So angepasst und unauffällig, wie die sind, muss man schon aufpassen, dass man nicht versehentlich drauftritt. Wenn man die nur antippt, sind die schon kaputt. Wo bleibt da der Spaß am Zerreißen? Wo sind neue Typen mit Ecken und Kanten und mit einer eigenen Meinung?

*Schneuz*

Nana, nicht weinen. Übrigens - Ihre Nase…

Ach, Danke, Sie wissen ja…

Was machen denn Ihre Zombiekollegen?

Was wohl? Verfaulen. Die faulen Säcke. Die haben auch keinen Biss mehr. Einer ist ab und an noch da, der beißt aus der Erde, dass es eine wahre Freude ist, aber das ist auch der Einzige. Leider schnappt er aber auch nur rum, obwohl er eine Menge zu sagen hätte. Wobei ich sagen muss, die Motivation fällt wirklich schwer. Egal auf welche Frage man antwortet, es kommt ein Jungspund daher und macht sich mit angelesenem Wissen wichtig. Nichts selbst erlebt, aber eine große Klappe. Was will man da noch sagen? Außerdem will gar keiner mehr etwas von uns hören.

Klingt ein wenig nach Selbstmitleid.

Ach was, aber ich gebe zu, vielleicht haben wir es manchmal ein wenig übertrieben und zuviel an den Leuten geknabbert. Trotzdem war es lustig. Jaja, die gute alte Zeit.

Tja, wir sterben aus, damit muss ich mich wohl abfinden. Das was wir wissen, haben wir hunderte Male geschrieben. Neues gibt es nicht, Diskussionen um Zelte sind uns zu öde - uns hat der allgemeine Mainstream dahingerafft.

*langerschneuzer*

Äh - Ihre Na..

Schon gut.

Naja, ein bisschen sind wir noch dabei, vielleicht wird es ja wieder besser. Hm, vom vielen Reden hab ich jetzt ein bisschen Hunger bekommen. Sie haben nicht zufällig ein Körperteil über, das Sie gerade nicht brauchen?

Danke für das Gespräch, ich muss jetzt dringend weg.

Bei der Nachrecherche stoße ich dann im Forum auf eine typische Frage, die früher mindestens 7 Zombies aus ihren Verstecken gelockt hätte. Und siehe da, nach 2 Tagen reckt sich ein mahnend wackelnder Zeigefinger aus der Erde - oder war es doch der Mittelfinger?

 

In diesem Sinne,
Spam Man

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31.08.2008

"Während die aufgehende Sonne den Himmel in zwei Hälften teilt, umschließt das Netz meines Keschers den massigen Leib des kapitalen Spieglers, dessen Flanken golden im Licht glänzen. Dies ist einer dieser magischen Momente, die ich nie vergessen werde."

„Dreck“, denke ich mir und werfe die Zeitschrift hinter mich ins Brolly. Schon wieder einer dieser weichgespülten Berichte, die pseudoliterarisch das Karpfenangeln mystifizieren und mir die Tränen in die Augen treiben. Magische Momente? Gerade einen wirklich dicken Fisch ausgeschlitzt, sitze ich auf meiner Liege, während mein Angelpartner schnarcht, dass sich die Ruten biegen - sogar den frühmorgendlich nervenden Kuckuck übertönt er.

Magische Momente? Scheißdreck…Ich schnipse erst die Zigarette weg, dann die Schnecke, die meinen Schlafsack mit einer, in der natürlich nicht vorhandenen Sonne, glitzernden Schleimspur überzieht. Magisch? Wer Magisches sehen will, der sehe sich die Fliegenfischer Szenen in „aus der Mitte entspringt ein Fluss“ an - das ist magisch.

Im Vergleich hierzu sieht der Karpfenangler im Volltarn, der das 115 Gramm Blei in den Tümpel platscht, seine Warrior Ruten auf das Desert Storm Pod legt, sich in ein Zelt namens Bunker zurückzieht; um dort seine Dosenravioli zu mampfen und möglichst viel Natur auszusperren, ein wenig plump aus.

Mich nerven diese Berichte unsäglich, um so mehr, weil sie oft pure Heuchelei sind. Beispiel? Ein lyrischer Bericht über Freundschaften und Fische, die man berühren muss, um sie zu fangen. Laber, laber…

Manch geneigtem Leser treibt solcherlei Literatur um die Karpfenangelei als kultische Handlung die Tränen in die Augen vor Rührung und Ergriffenheit. Mir ebenfalls, allerdings aus anderen Gründen. Um so mehr, wenn der Autor dann schreibt, dass er seinen gefangenen Zielfisch einsackt, und dann 10 Kilometer zu seinem Freund fährt, um dessen Fische zu fotografieren.

Später kommt der Kumpel dann mit, um den gesackten Fisch des Autors abzulichten. Schau an, schau an, da hängt dann der Fisch stundenlang völlig unbeaufsichtigt im Sack, nur damit der Angler dann auch Fotos bekommt. So obsiegt hier, wenn auch schön tränendrüsig verpackt, die gemeine Fratze des Carphunters: Bilder um jeden Preis.

Ausnahmen bestätigen hier die Regel. „Ironic“ war und ist in diesem Genre unerreicht, das meiste Andere geistige Antimaterie und hart an der Grenze zur globalen Gehirnschmelze. Warum eigentlich muss so etwas Profanes wie Karpfenangeln mit aller Gewalt zu etwas Besonderem, zu etwas Erhabenem erhoben werden?

Komplexe?

Aus einem Katzenbein mit Ketchup kann man zwar immer noch eine Dachhasenkeule an einer Jus aus passierten Sommertomaten machen, der Geschmack bleibt aber trotzdem zweifelhaft, und Katz bleibt Katz.

Schuster bleib bei deinen Leisten, auch literarisch, alles andere ist lächerlich und auch peinlich. Wer solch Literatur für Arme toll findet, der hat wahrscheinlich auch die Doppel DVD Box von Englands personifizierter Tränendrüse, Rosamunde Pilcher, im Regal stehen - und das ist dann wirklich zum Weinen.

In diesem Sinne,
Spam Man

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